Zu meiner Person
Bei meiner Geburt 1969 wurde ich mit zu wenig Sauerstoff versorgt, sodass ich mit einem diversen Körper lebe und meinen eigenen Dialekt spreche.
Meine Grundschulzeit verbrachte ich auf einer „Sonderschule für Körperbehinderte“ in München und erlangte dort eine Empfehlung für das Gymnasium. Da kein staatliches Gymnasium aufgrund meiner besonderen Bedarfe gewillt war, mich zu beschulen, wurde mir ein Privatgymnasium bezahlt.
Nach dem Abitur ging ich ein Jahr als Freiwillige nach Costa Rica. Dort erfuhr ich sehr eindrücklich, welche kulturelle Dimension mit der Kategorisierung als “Behinderte“ verbunden ist: Anders als in Deutschland standen dort mein Frau- und Europäerin-Sein bei meinen Gegenüber im Vordergrund und meine körperliche Diversität wurde kaum wahrgenommen. Menschen mit anderen Behinderungen als der meinen erfuhren dagegen in Costa Rica teilweise mehr gesellschaftliche Barrieren und Diskriminierungen als z.B. in Deutschland oder den USA.
Nach meiner Rückkehr studierte ich zunächst in Marburg Psychologie und dann Sozialpädagogik in Köln.
Seit meiner Jugend bin ich mit der politischen Behindertenbewegung verbunden und nach meinem Studium arbeitete ich in verschiedenen Projekten der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung als psychosoziale Beraterin und Projektleiterin. In dieser Zeit ergänzte ich meine akademische Ausbildung durch Fortbildungen in frauenspezifischer körperorientierter Gestalttherapie und psychotraumatologischer Fachberatung.
Meine Beratungs- und Unterstützungsarbeit umfasste alle Themen von Menschen und speziell auch von Frauen sowie Mädchen mit Behinderungen, z.B. selbstbestimmtes Wohnen, (Aus)Bildung und Arbeit, Sexualität und Gewalt. Neben der Beratung bot ich auch Empowermentgruppen zu unterschiedlichen Themen und für verschiedene Gruppen von Menschen mit Behinderungen an. Politische Interessensvertretung war stets ein weiterer wichtiger Bestandteil meiner Arbeitspositionen.
An der Universität Bremen nahm ich 2012 eine Promotionsstelle an, um mich mit verschiedenen Konflikten und Problemen, die mir in meiner Beratung und Begleitung von Studieninteressierten und Studierenden mit Behinderungen aufgefallen waren, auf theoretisch-analytischer Ebene auseinanderzusetzen und nach Lösungen zu suchen. Während meiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Universität Bremen habe ich auch zum Thema Behinderung und Gesundheit gelehrt. Meine Promotion erfolgte 2020.
Während meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. habe ich mich intensiv mit der UN-BRK und insbesondere mit deren Artikel 19 sowie der Umsetzung des BTHG auseinandergesetzt.
Durch verschiedene Anfragen im Bereich (Anti)Ableismus seit 2021 habe ich mich noch einmal gezielt mit diesem Thema beschäftigt und habe Fortbildungsbausteine für unterschiedliche Zielgruppen zu dieser Thematik entwickelt.
Der positiven Darstellung der Sagengestalt von Willeweis bin ich während eines Urlaubs in Südtirol 2024 begegnet. Diese hat mich zu der Zielsetzung animiert, Menschen mit Behinderungen einschließlich mir selbst wieder zu unserer wichtigen, wissenden sowie ressourcenstarken Rolle in der Gesellschaft zu verhelfen, und zu dieser Webseite inspiriert.